Manchmal ist es nur allzu verständlich, wenn die Bürgerschaft – um die es schließlich geht – bei Entscheidungen der unteren, mittleren und oberen Verwaltungsebenen nur noch ein Kopfschütteln übrig hat und zunehmend öfters dies auf den Stimmzetteln zum Ausdruck bringt oder gleich gar nicht zur Wahl geht.

„Die machen doch was sie wollen“ sagte mir kürzlich eine Bürgerin im Gespräch um einen von unseren Nachbarn Ditzingen gewünschten zweiten Autobahnanschluss, überwiegend auf unserer Markung.

Sie meinte damit, dass wir denken können, was wir wollen, die endgültigen Entscheidungen fällen andere! Gemeint war für sie in erster Linie die Autobahn und der nach ihrer Meinung wohl noch kommende zweite Anschluss.

Hinsichtlich der wohl endgültigen Nachricht aus Land und Kreis, was den „Träuble-Kreisel“ anbetrifft, könnte man zu solchen Gedankenspielen kommen. Nicht erst seit dem opulenten Ausbau der Panoramastraße zu BM Eberhardts Zeiten spielt diese einzigen „verkehrstüchtige“ Tal-Berg-Verbindung bei den Verkehrsexperten eine „tragende Rolle“. Und wie wir jetzt erfahren, werden Entscheidungen ja unter Abwägung aller Sicherheitsaspekten getroffen (… dass ich nicht lache!)

Seit Jahren ignorieren die Herren an den gehobenen Schreibtischen unsre Bitte, die sich noch im Nachkriegszustand befindliche Ditzinger Straße endlich verkehrsgerecht zu sanieren. Einzig unser BM wird nicht müde, beim x-ten Neujahrsempfang den Sanierungsstart zu verkünden. Ernsthaft, wegen der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und vor allem der Fußgänger, denn es ist nicht nur der schlechteste innerstädtische „Feldweg“ im Landkreis, sondern auch die gefährlichste Straße, denn Gehweg und Straßenfläche sind fast ebengleich. Wo waren bisher die Sicherheitsaspekte der „Straßenbesitzer“? Gibt man jetzt Gas mit der Sanierung auf Etappen, weil man ein funktionierendes Stauventil ertüchtigen will, um den Verkehrsstrom flüssig durch unser Gerlingen zu lenken?

Warum hat man für Sicherheitsaudits, Besprechungen und Detailplanungen sich so viel Zeit gelassen, während Gerlingen und seine Bevölkerung größtenteils längst sich darüber im Klaren war, dass ein Abhängen der Jakobstraße durch einen dreiarmigen Kreisel das Verkehrssystem und die Lebensqualität im Gerteisen stark belastet? Von der Sicherheit unserer Fußgänger, Radfahrer und Schulkinder ganz zu schweigen!

Sieht man bei den „Experten“ schon die Mega-Stau-Umleitung quer durch Gerlingen? Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Diese Zeilen wurden geschrieben noch vor der Bürgerinfo am vergangenen Dienstag, weil wir nicht zum Ungehorsam aufrufen wollen.

Doch es ist uns Freien Wähler ernst mit unserer Sorge, dass wir zur „Beugung“ vorbereitet werden sollen. Ein am „Köcheln“ haltender zweiter Autobahnanschluss passt da ins Bild. Wir machen es uns als Freie Wähler nicht so einfach wie andere, als könnten wir guten Gewissens sagen, wir haben alles getan, um beide Alternativen zu ermöglichen. Es kann und darf nicht sein, dass ortsfremde Betrachter zu ihren Recht kommen in unserer Stadt.

Wir wollen entscheiden, was vernünftig ist, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Das negative Beispiel ist uns täglich wenige Kilometer entfernt vor Augen.

Für den Stadtverband, Horst Arzt, Stadtrat der Freien Wähler


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